„Blaulicht und Polizei-Eskorte für Fenris“
„Was hat er denn angestellt?“, begrüße ich die beiden Polizeibeamten, die, das obligatorische Pappkartönchen in den Händen, die Treppe hochsteigen, „Ladendiebstahl? Schwerer Bruch?“
Doch beim Blick in den Pappkarton weicht der Spaß großer Besorgnis: Der kleine Mauersegler ist so gut wie tot. Nur noch 17 g ! Hier ist Eile geboten. Schnell nehme ich die Eckdaten auf. Überbringer ist das 1. Revier. „Da haben wir ja bald alle durch, die Kollegen waren auch schon der Reihe nach hier.“ „ Tatsächlich?“ Interessiert schauen sich die Polizisten um.
- „Ja, wir hatten schon das 3. Revier, das 8., das 10., …“
- „Toll dass es sowas gibt und dass man rund um die Uhr hier abgeben kann!“
- „Ähm, also, naja… Ich muss dem Kerlchen hier schnellstens eine Infusion geben. Gibt es noch relevante Infos? Haben Sie ihn selbst gefunden oder wurde er zu Ihnen gebracht?“
Die Beamten wechseln einen Blick. – „Also, genau genommen…„
Und dann erfahre ich eine Geschichte, die mir Gänsehaut beschert. Die Polizisten waren zu einem Unfall gerufen worden. Der Fahrer des Unfallwagens war mit einem kleinen Pappkarton auf dem Weg zur Mauerseglerklinik gewesen – mit dem halbtoten Findling, für den jede Minute zählte. Und trotz des Unfalls, vielleicht im Schock, vielleicht verletzt, besaß er noch die Geistesgegenwart, den Polizeibeamten den kostbaren Karton anzuvertrauen und sie zu bitten, ihn zu uns zu bringen. Geschichten die das Leben schreibt…
Lieber Finder, wir wissen nicht wer Sie sind und wie es Ihnen nach dem Unfall geht. Falls Sie das hier auf unserer Homepage lesen, so sollen Sie wissen, dass Ihr kleiner Findling gerettet wurde, dass er den mächtigen Namen Fenris erhalten hat, nach dem mystischen Wolf der nordischen Sagenwelt, und dass er sich inzwischen komplett erholt hat. Fenris ist zierlich geblieben, und wenn er in Kürze in die Freiheit zurückkehrt, so wird er zu den kleinsten Seglern gehören, die wir je gestartet haben. Doch Fenris ist zäh, vital und hat seinen eigenen Kopf. Man muss nicht groß sein, um das Leben zu meistern. Wir haben keinerlei Zweifel, dass Fenris das schaffen wird!
Danke, lieber unbekannter Finder! Dank Ihnen darf Fenris leben. Hoffentlich geht es Ihnen auch wieder gut. Das wünscht Ihnen das gesamte Team der Mauerseglerklinik.
Wir sind dankbar über jede Art von Unterstützung, die wir bekommen können!
Wir nehmen nur Segler an!
Telefonische Anfragen zu anderen Fundvögeln bearbeiten wir nicht.
Wenden Sie sich dafür bitte an: Wildvogelhilfe.org/
Update 08.08.2026:
Die Abgabe von Mauersegler-Notfällen in der Mauerseglerklinik ist täglich zwischen 10 und 20 Uhr möglich, außerhalb dieser Zeiten nur nach Absprache. Sie erreichen uns über die E-Mail-Adresse info@mauersegler.com.
Mauersegler-Findlinge befinden sich nach Abzug der meisten Mauersegler jetzt meist in einem sehr schlechten Zustand und benötigen daher schnellstmögliche Hilfe! - Pfleglinge, die längere Zeit in Menschenhand waren, sowie Vögel mit Gefiederschäden können wir NUR nach vorheriger Anmeldung per E-Mail annehmen. Bitte fügen Sie dieser Anmeldung unbedingt aussagekräftige Fotos bei. Beachten Sie bitte, dass wir ausschließlich Segler aufnehmen können.
Singvögel und andere Vogelarten übernehmen wir definitiv NICHT, wenden Sie sich damit an die Facebookgruppe "Wildvogelhilfe Notfälle NEU".
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Update 12.07.2026:
Ein erster Silberstreif am Horizont: In den letzten 7 Tagen haben wir 106 Mauersegler in die Freiheit entlassen! Wir beginnen deshalb wieder, in begrenztem Umfang Notfälle aufzunehmen. Bitte nehmen Sie jedoch vor jeder Übergabe unbedingt per E-Mail Kontakt mit uns auf (info@mauersegler.com) und nennen Sie dabei alle relevanten Informationen: Fundort und Funddatum, Zustand und Verhalten des Vogels, Gewicht(falls bekannt) sowie eine Telefonnummer für Rückfragen.
Da wir weiterhin fast 400 Segler betreuen, bleiben Neuaufnahmen zunächst auf das Notwendigste beschränkt: Altsegler und verletzte Segler übernehmen wir immer. Fehlernährte Vögel und Patienten mit Großgefiederschäden müssen leider vorerst zurückstehen - für langsitzende Patienten haben wir aktuell noch keine Kapazitäten.
Sobald sich die Lage weiter entspannt, erfahren Sie es hier zuerst.
Vielen Dank für Ihr Verständnis - und für jede Spende, die uns durch diesen Sommer trägt.
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