Wer in die Wohnbox von Reba und Roslyn schaut, denkt unwillkürlich ans "Doppelte Lottchen". So ähnlich sehen sich die beiden zerzausten Jungsegler mit ihren Sturmfrisuren und ihrem Teddybär-Look, dass sie Zwillinge sein könnten! Aber Zwillinge gibt es bei Vögeln nicht, im Ei ist immer nur Platz für einen. Reba und Roslyn sind noch nicht einmal Geschwister. Die eine wird am 4. Juli 2015 im Frankfurter Nordend gefunden, die andere am 10. Juli im Tierheim Groß Gerau abgegeben. Beide landen wenig später in der Mauerseglerklinik. Da sind sie halbverhungerte Nestlinge, die sofort notversorgt und in einer warmen Intensivbox untergebracht werden. Ob sie schon hier, inmitten vieler anderer Notfallpatienten, Freundschaft geschlossen und entschieden haben zusammenzubleiben?
Als sich im Laufe des Sommers viele Boxen leeren, gehören Reba und Roslyn zu den unzähligen Seglern, die wegen schwerer Gefiederschäden zurückbleiben. Da die beiden förmlich zusammen"kleben", beziehen sie gemeinsam eine eigene Box. Jeglicher Versuch, einen dritten Vogel dazuzusetzen, scheitert und wird schnell aufgegeben. So hinreißend süß die beiden Grazien auch dreinschauen, so zickig gebärden sie sich gegen etwaige Mitbewohner. Beste Freundinnen halt!
Wir lassen es sein. Niemand kann Reba und Roslyn böse sein. Die kleinen Lumpenprinzessinnen tragen ihr mottiges Federkleid mit solcher Anmut und Nonchalance, dass jeder sie einfach hinreißend findet. Ihr lebhaftes, quirliges Wesen vermittelt gute Laune, und ihre unbändige Vitalität ist ansteckend. Womit mal wieder bewiesen ist, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankommt!
Sie sind auch sportlich. Das vordere Griffloch der Wohnbox muss verschlossen werden, da beide "Stoppelhopser" den senkrechten Sprung nach oben beherrschen und so manches Mal irgendwo im Vogelzimmer aufgegriffen werden. Gefährlich!!
Nun dürfen sie sich im Trainingszimmer austoben und die Trainer in Erstaunen versetzen, was man mit so kurzen "Flügeln" alles machen kann. Train the trainer!
Inzwischen haben die beiden Energiebündel die Erst-OP's im Rahmen der Großgefiedersanierung lange hinter sich, einen Teil der Schwung- und Steuerfedern nachgeschoben und warten auf ihre in Bälde anstehenden Schift-OP's. Hoffentlich sind dann noch zwei Plätze frei bei einem der nächsten Flüge nach Fuerteventura! Aber zur Not tut's auch EIN Platz: Dann rückt das "Doppelte Lottchen" eben ganz eng zusammen.
Deutsche Gesellschaft für Mauersegler e. V.
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Wir sind dankbar über jede Art von Unterstützung, die wir bekommen können!
Wir nehmen nur Segler an!
Telefonische Anfragen zu anderen Fundvögeln bearbeiten wir nicht.
Wenden Sie sich dafür bitte an: Wildvogelhilfe.org/
Update 08.08.2026:
Die Abgabe von Mauersegler-Notfällen in der Mauerseglerklinik ist täglich zwischen 10 und 20 Uhr möglich, außerhalb dieser Zeiten nur nach Absprache. Sie erreichen uns über die E-Mail-Adresse info@mauersegler.com.
Mauersegler-Findlinge befinden sich nach Abzug der meisten Mauersegler jetzt meist in einem sehr schlechten Zustand und benötigen daher schnellstmögliche Hilfe! - Pfleglinge, die längere Zeit in Menschenhand waren, sowie Vögel mit Gefiederschäden können wir NUR nach vorheriger Anmeldung per E-Mail annehmen. Bitte fügen Sie dieser Anmeldung unbedingt aussagekräftige Fotos bei. Beachten Sie bitte, dass wir ausschließlich Segler aufnehmen können.
Singvögel und andere Vogelarten übernehmen wir definitiv NICHT, wenden Sie sich damit an die Facebookgruppe "Wildvogelhilfe Notfälle NEU".
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Update 12.07.2026:
Ein erster Silberstreif am Horizont: In den letzten 7 Tagen haben wir 106 Mauersegler in die Freiheit entlassen! Wir beginnen deshalb wieder, in begrenztem Umfang Notfälle aufzunehmen. Bitte nehmen Sie jedoch vor jeder Übergabe unbedingt per E-Mail Kontakt mit uns auf (info@mauersegler.com) und nennen Sie dabei alle relevanten Informationen: Fundort und Funddatum, Zustand und Verhalten des Vogels, Gewicht(falls bekannt) sowie eine Telefonnummer für Rückfragen.
Da wir weiterhin fast 400 Segler betreuen, bleiben Neuaufnahmen zunächst auf das Notwendigste beschränkt: Altsegler und verletzte Segler übernehmen wir immer. Fehlernährte Vögel und Patienten mit Großgefiederschäden müssen leider vorerst zurückstehen - für langsitzende Patienten haben wir aktuell noch keine Kapazitäten.
Sobald sich die Lage weiter entspannt, erfahren Sie es hier zuerst.
Vielen Dank für Ihr Verständnis - und für jede Spende, die uns durch diesen Sommer trägt.
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