Erwachsene Mauersegler um 30 g oder Jungsegler, die nur noch knapp über 20 g oder weniger wiegen, sind solche akuten Notfälle. Ab zum vogelkundigen Tierarzt! Viele dieser "Hungerkünstler" können – wenn überhaupt - nur noch durch eine Infusion, die nach 12 Stunden wiederholt werden sollte, gerettet werden. Die Infusion besteht aus Aufbaupräparaten (Amynin, Ringer-Lactat) und wird subkutan unter die Haut der Kniefalte des Mauerseglers gespritzt. Durch diese Aufbaupräparate wird der Kreislauf wieder in Gang gebracht.
Etwa eine halbe Stunde nach der Infusion empfiehlt es sich, dem geschwächten Mauersegler 1-2 Tropfen lauwarmen schwarzen Kaffee an den Schnabel zu streichen. Dies weckt die Lebensgeister!
Unbedingt muss der Notfallpatient warmgehalten werden (ca. 32°-35° C). Am besten geeignet ist Wärme von unten (Wärmeflasche oder Heizdecke - unbedingt Temperatur regelmäßig kontrollieren!).
Man hat durch die Infusion, die den Mauersegler einige Stunden mit Nährstoffen versorgt, nun Zeit gewonnen, um artgerechtes Futter zu besorgen und kann dann mit ganz vorsichtiger Anfütterung beginnen.
Hier verbietet sich strikt jedes eigene Herumprobieren mit Pflastern und Klebeband, der Medizin von Nachbars Hühnern, Omas Herztropfen oder universellen Allheilmitteln aus der Hausapotheke: Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht und hat schon so manchem Findling ein qualvolles Ende bereitet.